INSTITUT FÜR SOZIOLOGIE, Abteilung für Empirische Sozialforschung

Johannes Kepler Universität, A-4040 Linz, Altenbergerstraße 69

Persönliche Assistenz in Oberösterreich

Bacher, Johann/ Pfaffenberger, Monika/ Pöschko, Heidemarie

Co-Autor/innen:

Breitfuß, Günther/ Földes, Silvia/ Gründling, Gerald/ Kaufmann, Karin/ Kratzer, Thomas/
Manzenreiter, Monika/ Mayrhofer, Olga/ Moosbrugger, Brigitte/ Pauly, Britta/ Pilz, Monika/
Riezinger, Margit



Zusammenfassung des Endberichts

März 2008

Pfaffenberger und Pöschko Sozialforschung OG

A-4232 Hagenberg, Softwarepark 21, www.PundPsozialforschung.at

 

 

Persönliche Assistenz ist eine spezielle Unterstützung in Form von Laienhilfe für Menschen mit (körperlichen) Beeinträchtigungen. Sie soll über die reine Grundversorgung hinausgehen und ein selbstbestimmtes Leben ermöglichen. Entscheidend für die Persönliche Assistenz ist, dass Personen mit Beeinträchtigungen selbst bestimmen, wer ihnen wie, wann und wo Assistenz leistet. Die Personen mit Beeinträchtigungen, die Persönliche Assistenz nutzen, werden daher als Auftraggeber/innen bezeichnet.

Persönliche Assistenz besteht in Oberösterreich seit 2001. Derzeit sind ca. 150 Auftraggeber/innen und ca. 260 Assistent/innen tätig. Die Assistent/innen sind bei der Persönlichen Assistenz GmbH beschäftigt. Alleiniger Eigentümer der GmbH ist der Verein Selbstbestimmt-Leben-Initiative (SLI) Oberösterreich. Ein Ziel der SLI ist es, Personen mit Beeinträchtigungen ein selbstbestimmtes Leben zu ermöglichen.

Die Selbstbestimmt-Leben-Bewegung (Independet Living Movement) entstand in den USA in den 1960er und 1970er Jahren. 1972 wurde dort das erste Zentrum für Independent Living gegründet (ISL e.V., 2005). In Europa fasste die Bewegung in den 1980er Jahren Fuß. Eine Pionierrolle kam dabei Schweden zu. In Oberösterreich wurde 1998 der Verein SLI Linz von Betroffenen gegründet, der seit 2007 den Namen SLI Oberösterreich trägt. Primäres Anliegen des Vereins ist die politische Interessensvertretung, während die Vermittlung und Beschäftigung von Assistenz das primäre Aufgabengebiet der Persönlichen Assistenz GmbH ist.

Methodik der Studie

Ziel der vorliegenden Studie ist eine Bestandsaufnahme der Persönlichen Assistenz in Oberösterreich inklusive einer Analyse von vorhandenen Entwicklungspotenzialen und von Verbesserungsmöglichkeiten. Zur Erreichung dieser Ziele wurde ein Mehrmethodenansatz angewandt (Abschnitt 2): Bei Auftraggeber/innen und Assistent/innen wurde eine standardisierte Befragung durchgeführt, der qualitative Interviews vorausgingen. Ergänzend dazu fanden Expert/innengespräche und eine Exkursion nach Schweden statt.

Zur Begleitung der Studie wurde entsprechend der Zielsetzung von Disability Studies, die eine aktive Teilhabe von Personen mit Beeinträchtigungen im Forschungsprozess einfordern, ein Arbeitskreis eingerichtet, der sich aus Auftraggeber/innen, Assistent/innen, Geschäftsführung und Mitarbeiterin der Persönlichen Assistenz GmbH, Vertreter/innen des SLI-Oberösterreich und der Sozialabteilung des Landes OÖ zusammensetzte. Der Arbeitskreis beteiligte sich aktiv an allen Forschungsschritten. In den unterschiedlichen Projektphasen erwies er sich als äußerst hilfreich.

Die postalische Befragung fand im Zeitraum von Mai bis September 2007 statt. Angeschrieben wurden alle zum Befragungszeitpunkt aktiven Auftraggeber/innen1 und Assistent/innen. Von diesen konnten n=146 Assistent/innen (63% der Grundgesamtheit) und n=83 Auftraggeber/innen (62% der Grundgesamtheit) erreicht werden. Die Exkursion nach Schweden fand im August 2007 statt. An ihr nahmen die meisten Mitglieder des Arbeitskreises teil. Besucht wurden unterschiedliche Assistenzanbieter/innen, die Gewerkschaftsvertretung der Assistent/innen und die Behindertenvertreterin der Stadt Stockholm. Die Expert/innengespräche wurden mit Vertreter/innen des Vereins Selbstbestimmt-Leben-Initiative Oberösterreich, der Persönlichen Assistenz GmbH sowie der Sozialabteilung des Landes Oberösterreich geführt (siehe Abschnitt 2).

Die Befragungsergebnisse lassen sich wie folgt zusammenfassen:

Soziodemografie der Assistent/innen und Auftraggeber/innen

Erwartungen der Assistent/innen und Auftraggeber/innen

Rahmenbedingungen der Assistenzsituation

Zufriedenheit und Belastungen

Beziehung zur Persönlichen Assistenz GmbH und Weiterbildung

Qualitative Interviews mit den Expert/innen

Exkursion nach Schweden

Entwicklungspotenziale und Verbesserungsmöglichkeiten

Aus den Ergebnissen lassen sich folgende Entwicklungspotenziale und Verbesserungsmöglichkeiten ableiten:

Summary

1 älter als 16 Jahre